Grundlagen

Unterschied zwischen der Fahrerlaubnis und dem Führerschein

Fahrerlaubnisrecht-Blog

Bereits ein kurzer Blick in § 2 Abs. 1 StVG erklärt den simplen Unterschied zwischen den im Alltag häufig synonym verwendeten Begriffen „Fahrerlaubnis“ und „Führerschein“:

§ 2 StVG – Fahrerlaubnis und Führerschein

Absatz 1

Wer auf öffentlichen Straßen ein Kraftfahrzeug führt, bedarf der Erlaubnis (Fahrerlaubnis) der zuständigen Behörde (Fahrerlaubnisbehörde). Die Fahrerlaubnis wird in bestimmten Klassen erteilt. Sie ist durch eine amtliche Bescheinigung (Führerschein) nachzuweisen.

Mit anderen Worten:
Die Fahrerlaubnis ist die behördliche Erlaubnis, dass man ein bestimmtes Kraftfahrzeug führen darf. Der Führerschein bestätigt, dass einem diese Erlaubnis erteilt wurde.

Beim Führen eines fahrerlaubnispflichtigen Kraftfahrzeuges (§ 2 StVG, § 4 Abs. 1 FeV) ist ein dafür gültiger Führerschein mitzuführen und zuständigen Personen auf Verlangen zur Prüfung auszuhändigen (§ 4 Abs. 2 FeV). Wer zwar im Besitz eines gültigen Führerscheins ist, diesen aber beim Fahren nicht mitführt, fährt nicht ohne Fahrerlaubnis. Er kann seine ihm erteilte Fahrberechtigung nur nicht sofort nachweisen. Dies ist ordnungswidrig und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

Anders verhält es sich, wenn jemand ein Kraftfahrzeug führt, ohne im Besitz der hierfür erforderlichen Fahrerlaubnis zu sein, z. B. weil er die benötigte Fahrerlaubnis noch nicht erworben hat, ihm die Fahrerlaubnis vom Gericht (§ 69 StGB) oder der Fahrerlaubnisbehörde (§ 3 StVG) entzogen wurde oder ein gegen ihn verhängtes Fahrverbot gilt. Dieses Verhalten ist strafbar nach § 21 StVG (Fahren ohne Fahrerlaubnis) und kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe geahndet werden.

StVG = Straßenverkehrsgesetz
StGB = Strafgesetzbuch
FeV = Fahrerlaubnis-Verordnung

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